Beileid



Beileid Gedichte

Es gibt viele traurige oder nachdenkliche Gedichte, die man einem Beileid – Schreiben anfügen kann. Die Gedichte enthalten Weisheiten oder Gedanken zum Sinn des Lebens oder religiöse Zitate. Wenn ein Verstorbener eine religiöse Trauerfeier bekommt, kann man davon ausgehen, dass man auch ein religiöses Gedicht anfügen kann. Wenn man die Familie nicht so genau kennt, hält man das Gedicht besser neutral. Ein getragenes Gedicht den Beileidswünschen anzufügen kommt immer gut an. Sollte man den Verstorbenen gut gekannt haben, kann man auch eines mit gutem Bezug zu diesem Menschen wählen. Gedichte waren schon in früheren Zeiten üblich um seiner Seelennot Ausdruck zu geben. Es kann den Kummer ein bisschen lindern helfen, philosophische Gedichte zu lesen. Es zeigt, dass sich Menschen zu allen Zeiten mit dem Leid und dem Verlust auseinandergesetzt haben. Es gibt auch einen Hinweis darauf, dass man mit diesen Gedanken und Gefühlen nicht allein ist. Kein Mensch bleibt von diesem Ausnahmezustand verschont und gerade deshalb können wir uns auch in diese Lage ganz gut hineinversetzen. Aus diesen Gründen sollte es uns eigentlich ganz gut gelingen zum Beileidswunsch ein passendes Gedicht zu finden. Die Gedichte können auch in gedruckter Form auf einem Beileidsschreiben oder einer Beileidskarte stehen, der Rest des Textes und Ihre Unterschrift sollten jedoch immer handschriftlich verfasst sein.

Beileid Gedichte – die Form

Je nachdem wie betroffen wir vom Abschied sind und wir gut wir die entschlafene Person kannten suchen wir ein neutrales oder ein sehr persönlich wirkendes Gedicht aus. Menschen mit Talent zum Dichten werden auch selbst ein gutes Gedicht verfassen. Sollten Sie das hin und wieder tun, so würden wir von Beileid.net uns freuen, wenn Sie uns Ihr Gedicht senden. Gerne würden wir dieses Werk von Ihnen auch veröffentlichen.
Beileid Gedichte – zu Ihrer Verfügung:

Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für dich war, bin ich immer noch.
Gib mir den Namen, den du mir immer gegeben hast.
Sprich mit mir, wie du es immer getan hast.
Gebrauche nicht eine andere Lebensweise.
Sei nicht feierlich oder traurig.
Lache weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Ich bin nicht weit weg,
ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.
(Fritz Reuter)

So durchlauf ich des Lebens Bogen und kehre zurück, woher ich kam.
(Friedrich Hölderlin)

Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Und meine Seele spannte,
weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
(Josef Freiherr von Eichendorff)

Ob man nicht dennoch hätte Klagefrauen auftreiben müssen?
Weiber, welche weinen für Geld, und die man so bezahlen kann,
dass sie die Nacht durch heulen, wenn es still wird.
Gebräuche her! Wir haben nicht genug Gebräuche.
Alles geht und wird verredet.
So musst du kommen, tot, und hier mit mir Klagen nachholen.
Hörst du, dass ich klage?
Ich möchte meine Stimme wie ein Tuch hinwerfen
über deines Todes Scherben und zerren an ihr, bis sie in Fetzen geht,
und alles, was ich sage, müsste so zerlumpt in dieser Stimme gehen und frieren.
(Rainer Maria Rilke)

O Herr, gib jedem sein eignes Sterben.
Das Sterben, das aus jenem Leben geht,
darin er Liebe hatte, Sinn und Not.
(Rainer Maria Rilke)

Ich habe Verstorbene, und ich ließ sie hin
und war erstaunt, sie so getrost zu sehen,
so rasch zu Haus im Grab sein, so gerecht,
so anders als ihr Ruf. Nur du, du kehrst zurück
du streifst mich, du gehst um, du willst
an etwas stoßen, dass es klingt von dir und dich verrät.
(Rainer Maria Rilke)

Er ging hinauf unter dem grauen Laub
ganz grau und aufgelöst im Ölgelände
und legte seine Stirne voller Staub
tief in das Staubigsein der heißen Hände.

Nach allem dies. Und dieses war der Schluss.
Jetzt soll ich gehen, während ich erblinde,
und warum willst du, dass ich sagen muss
du seiest, wenn ich dich selber nicht mehr finde.

Ich finde dich nicht mehr. Nicht in mir, nein.
Nicht in den anderen. Nicht in diesem Stein.
Ich finde dich nicht mehr. Ich bin allein.
(Rainer Maria Rilke)

Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise,
schwindet hin, was prahlt und prunkt,
schwindet Hoffen, Hassen, Lieben
und ist nichts in Sicht geblieben als der letzte dunkle Punkt.
(Theodor Fontane)

Alle die Blumen sind ohne Harm.
Nur die rote Rose nicht,
Sie sticht!
Sticht, wie die liebe Sonne so warm,
Mai ist ohne die Rose nur arm,
Mai ist ohne die Rose nur Qual -
Ihr stillen Gründe, du einsam Tal.
(Achim von Arnim)

Im Winter als meine Freunde,
Die Bäume, noch blühten,
Rosen und Feuer - Lilien glühten,
Waren die Menschen all mir bekannt,
War mir die Erde lieb und verwandt.
Jetzt, wo die Freunde, die Bäume, gestorben,
Jetzt, wo die Lieben, die Blumen, verdorben,
Stehen die Menschen
Kalt auf dem Schnee,
Und was sie treiben,
Macht mir nur weh.
(Justinus Kerner)

In ein altes Stammbuch
Immer wieder kehrst du Melancholie,
O Sanftmut der einsamen Seele.
Zu Ende glüht ein goldener Tag.

Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige
Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.
Siehe! es dämmert schon.

Wieder kehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches
Und es leidet ein anderes mit.

Schaudernd unter herbstlichen Sternen
Neigt sich jährlich tiefer das Haupt.
(Georg Trakl)

Schwalbe und Fliege
An dem heitersten Morgen stürzte die fröhlichste Schwalbe
plötzlich vom Himmel und sank tot zu den Füßen mir hin.
Mittags, der längst Erstarrten den Schnabel öffnend, erspäht' ich
eine Fliege im Schlund, welche sie halb nur verschluckt.
Diese zappelte noch, ich zog sie hervor, und, die Flügel
trocknend im Sonnenstrahl, schwirrte sie bald mir davon.
(Friedrich Hebbel)

Ich fühle mehr und mehr die Kräfte schwinden;
Das ist das Sterben, das mir am Herzen nagt,
Ich weiß es schon und, was ihr immer sagt,
Ihr werdet mir die Augen nicht verbinden.

Ich werde müde und müder so mich winden,
Bis endlich der verhängte Morgen tagt,
Dann sinkt der Abend und, wer nach mir fragt,
Der wird nur einen stillen Mann noch finden.

Dass so ich noch sprechen mag und Sterben,
Und doch sich meine Wangen nicht entfärben,
Es dünkt euch mutig, übermutig fast.

Das Sterben? Das Wort erschreckt mich nicht,
Doch hab ich im Gemüt ihn nicht erfasst,
Und noch ihm nicht geschaut ins Angesicht.
(Adelbert von Chamisso)

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